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Weltkulturerbe "Oberharzer Wasserregal"

Die Unesco hat am 1. August 2010 in Brasília die Liste der Welterbestätten um das „Oberharzer Wasserregal“ erweitert. Damit ist unter den 33 Unesco-Welterbestätten in Deutschland nach dem Bergwerk Rammelsberg im Harz, der Völklinger Hütte und der Zeche Zollverein in Essen ein viertes Denkmal der Industriegeschichte als international einzigartig ausgezeichnet worden. Alle vier hängen mit dem Bergbau zusammen.

Das Wasserregal im Harz gilt seit dem Mittelalter als Meisterwerk der Wasserbautechnik. Es gibt in Europa mit dem sächsischen Freiberg sowie in Norwegen, der Slowakei und in Schweden weitere Wassersysteme für den Bergbau – das Oberharzer System aber gilt als älter, ausgeklügelter und komplexer. Das Wasserregal gilt nicht als neue Welterbestätte, sondern als Erweiterung einer bestehenden: Es ergänzt das Erzbergwerk Rammelsberg – das einzige Bergwerk der Welt, das kontinuierlich mehr als tausend Jahre lang in Betrieb war – und die Altstadt von Goslar mit der Kaiserpfalz, die 1992 Weltkulturerbe wurden. Der Südosten Niedersachsens, in dem Dom und Michaeliskirche in Hildesheim schon 1985 ausgezeichnet wurden, hat nun auf engstem Raum drei Weltkulturerbestätten.



Das Wasserregal im Oberharz hat mehr als 120 Stauteiche, 500 Kilometer Gräben, 18 Kilometer hölzerne Wasserrinnen (Gefluder) und 30 Kilometer unterirdische Wasserläufe. Mal wurde das Oberflächenwasser damit gesammelt und gespeichert, mal in die Gruben und Hütten umgeleitet. Wasserräder wurden auf Strecken mit äußerst geringem Gefälle bisweilen kaskadenartig hinter- und untereinander angeordnet, damit das Wasser gleich mehrere Wasserräder antreiben konnte. Mit ihrer Hilfe trieben Bergleute Pumpen und Antriebsräder an – etwa um tiefgelegene Schächte und Stollen zu entwässern. Der 1720 erbaute Oderteich war bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein die größte Talsperre Mitteleuropas. Während der Bergbau im Harz nach offiziell 1039, inoffiziell sogar 3000 Jahren endete, ist das Oberharzer Wasserregal zwar schon seit Jahrzehnten Denkmal, aber weiterhin in Benutzung – nun als Wasserspeicher, für Angler oder als Badeteich.

    

Das Wasserregal – der Name stammt vom königlichen Hoheitsrecht (Regal) auf Bergbau und Wasser – ist eines der größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme. Es kanalisierte das für den Erzbergbau unerlässliche Wasser durch ein System von Teichen, Stollen, Gräben, Schächten und Wasserrädern. Sie sorgten dafür, dass trotz wechselhaften Wasserzulaufs die Energieversorgung gesichert war und damit die Möglichkeit des Abbaus. Die meisten Bergwerke lagen hoch im Gelände und in der Nähe von Wasserscheiden – und damit von wenig ergiebigen Bächen. Auch nach dem Ende des Abbaus von Silber, Blei, Kupfer blieben Teile des Wasserregals in Nutzung, etwa als Stauteiche für die Trinkwassergewinnung und den Hochwasserschutz.
Das Oberharzer Wasserregal wurde zum größten Teil vom 16. bis zum 19. Jahrhundert erbaut, die ältesten Teile aber wurden schon im zwölften Jahrhundert von Zisterziensern geschaffen. Deren Kloster Walkenried am südlichen Harzrand wurde ebenso einbezogen in das erweiterte Weltkulturerbe wie drei Schachtanlagen, darunter St. Andreasberg mit der weltweit letzten erhaltenen Fahrkunst – durch sie sind Bergleute in den Schacht ein- und ausgefahren.

   

  
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